Presseberichte - Kinder-der-Hoffnung

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Presseberichte


Bericht vom 24.11.2018
Keine Hoffnung auf Fortbestehen
Verein / Die soziale Arbeit für Waisenkinder in Kenia muss aus Kostengründen aufgegeben Werden

           .            'V.             .           7.             Advertorial
Das Waisenhaus des Vereins "Kinder der Hoffnung" in Kenia.
Foto: Tröger Foto: Schwarzwälder Bote

Bei der Jahreshauptversammlung des Althengstetter Vereins "Kinder der Hoffnung" für die Jahre 2016, 2017 und 2018 wurde die Auflösung des Vereins beschlossen.
 
Althengstett. "Kinder der Hoffnung" wurde im Oktober 2006 aus der Taufe gehoben. Initiatorin, treibende Kraft und Seele des Vereins war die Krankenschwester Brigitte Stiegler. Sie wollte Waisenkindern in Kenia helfen, verstarb jedoch unerwartet 2010.
 
Stimmen gegen die Entlastung des Vorstands
 
Wichtigster Tagesordnungspunkt war die Beratung und Beschlussfassung über die Auflösung des Vereins. Zuvor gab die Kassiererin Kristina Zeks einen Überblick über die Finanzen der vergangenen Jahre und den aktuellen Kassenstand zum 19. November. Die Kassenprüfer bescheinigten ihr eine einwandfreie Kassenführung und empfahlen die Entlastung des Vorstands. Gerhard Watta hatte schriftlich beantragt, den Vorstand nicht zu entlasten, da für die Jahre 2016 und 2017 nicht wie in der Satzung gefordert jeweils eine Hauptversammlung abgehalten und die Mitglieder informiert worden sind. Nach kurzer Diskussion lehnte die Versammlung den Antrag ab und entlastete mehrheitlich den Vorstand.
 
Vorsitzender Waidner legte in seinem Bericht die Entwicklung des Projekts seit der jüngsten Versammlung und den aktuellen Stand dar. Bis dato konnte kein Verwalter für das Waisenhaus gefunden werden. Drei Interessenten hatten nach Prüfung jeweils wieder Abstand genommen. Katholische Schwestern des Ordens "Sister of St. Joseph", die in Mombasa bereits ein Waisenhaus betreiben, haben nun ihr Interesse bekundet, das seit Jahren fertiggestellte Heim in Ukunda zu verwalten. Allerdings habe der Verein noch erhebliche Mittel aufzuwenden für die Renovierung des leer stehenden Gebäudes und die wiederholte Instandsetzung der Zufahrtswege. Anders als bisher geglaubt seien auch die Eigentumsverhältnisse am Grundstück nicht geklärt und müssten mit anwaltlicher Hilfe und entsprechenden Kosten rechtssicher gestaltet werden. Geht man von 16 zu betreuenden Mädchen aus, so kämen weitere monatliche Kosten von rund 2000 Euro auf den Verein zu. Hierfür müsste der Verein Paten gewinnen, bei 120 Euro Kosten pro Kind und Monat wären das für jedes Kind sechs Paten á 20 Euro.
Ausschuss und Vorstand kamen zu dem Schluss, dass diese finanziellen Anforderungen auf Dauer nicht zu leisten sind.
 
Stieglers Werk wird indirekt fortgeführt
 
Nach langer, ausführlicher Diskussion kamen die anwesenden Mitglieder zum gleichen Ergebnis und beschlossen bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung die Auflösung des Vereins. Sie bestellten Dietmar Waidner, Kristina Zeks und Norbert Ziegler zu Liquidatoren und beauftragten diese mit der Abwicklung. Sie haben jetzt ein Jahr Zeit, sich um die Klärung der Eigentumsverhältnisse am Grundstück zu kümmern, das dann verwertet werden soll. Das nach der Liquidation vorhandene Vereinsvermögen soll einer Organisation zugutekommen, die Bedürftigen im Sinne von Brigitte Stieber Hilfe zur Selbsthilfe leistet und damit deren Werk fortführt.


Bericht vom 16.11.2018

Mit ihrem Waisenhausprojekt in Kenia waren die Mitglieder von "Kinder der Hoffnung" eigentlich längst auf der Zielgeraden. Nächste Woche steht jedoch die etwaige Auflösung des Vereins auf der Tagesordnung der Hauptversammlung.
Althengstett. "Kinder der Hoffnung" wurde im Oktober 2006 aus der Taufe gehoben. Initiatorin, treibende Kraft und Seele des Vereins war die Krankenschwester Brigitte Stiegler. Sie hatte die Idee, Waisenkindern in Kenia zu helfen. Jungen und Mädchen, deren Eltern an den Folgen von Aids oder aus anderen Gründen gestorben sind, neue Hoffnung zu geben, war das Hauptziel. Ihnen eine Zukunft zu geben, damit sie später im Leben auf eigenen Beinen stehen können und eine Chance haben.
Hilfe zur Selbsthilfe
Ursprünglich entstand im Jahr 2001 ein Waisenhaus in Likoni, einem Vorort von Mombasa. Zeitweilig lebten dort nach Angaben des Vereins bis zu 43 Kinder im Alter von zwei bis 17 Jahren. Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, ist eines der Anliegen. "Dies beinhaltet, dass wir den Kindern eine gute Schulbildung ermöglichen wollen, damit sie später einen Beruf erlernen und ihr eigenes Leben aufbauen können. Auch unterstützen wir früh die Eigenverantwortung. So bald wie möglich erhält jedes Kind in der Gruppe eine klar zugeteilte Aufgabe innerhalb der Gemeinschaft des Heims", beschreibt der Verein seine Tätigkeit. Projekte wie der Unterhalt eines eigenen Gemüsegartens und die dazugehörige Wasserversorgung hätten in der Verantwortung der Heimleitung und der Kinder gelegen. Auch eine gute hygienische und gesundheitliche Betreuung seien wichtige Aspekte. Die Jungen und Mädchen sollten angeleitet werden, verantwortungsvoll mit den vom Verein gesammelten Spenden umzugehen.
Anleitung zur Selbsthilfe gab Stiegler, die regelmäßig vor Ort war, beispielsweise, indem sie die Kinder und Jugendlichen anleitete, kleine Kunstgegenstände aus Holz wie Brieföffner zu fertigen oder Schuhe mit bunten Perlen zu verzieren. Die Vereinsgründerin brachte die Artikel mit zurück, die dann bei Festen und Veranstaltungen in Althengstett zugunsten des Vereins verkauft wurden.
"Durch stetige Veränderungen und Anpassungen im politischen sowie im sozialen Umfeld wurde es notwendig, neue Weichen zum Wohle der Kinder zu stellen. In der Jahresmitte 2008 übergaben wir die Verantwortung für das Waisenhaus in Likoni an eine italienische Hilfsorganisation", heißt es in der Vereinschronik. Seither habe man sich gezielt dem neuen Projekt in Ukunda zuwenden können. Auch nachdem Stiegler im September 2010 unerwartet verstorben war, ließen sich die Vereinsmitglieder nicht entmutigen und machten im Sinne der Initiatorin weiter.
96 Paten notwendig
Die Einrichtung in Ukunda ist zwar längst offiziell eingeweiht, aber nicht in Betrieb genommen worden. Durch zahllose bürokratische Hürden und sonstige Verzögerungen machte der Verein immer wieder einen Schritt vor und zwei zurück. "Die katholischen Ordensschwestern der ›Sisters of St. Joseph‹ haben bereits ein Waisenhaus bei Mombasa und würden unseres mit übernehmen", berichtet Vereinsvorsitzender Dietmar Waidner aus Althengstett von Gesprächen mit diesen. Zum Neustart müssten bei dieser Lösung allerdings rund 35 000 Euro investiert werden, unter anderem für ein neues Fahrzeug für die Ordensschwestern, damit diese das Haus in Ukunda gut erreichen können, berichtet Waidner.
Zudem seien für die maximal 16 Kinder, die in der Einrichtung unterkommen könnten, pro Monat 1920 Euro, auf das Jahr gerechnet 23 000 Euro, für Verpflegung, Schulbesuch und Weiteres über Paten aufzubringen. "Wir hatten an eine monatliche Unterstützung von 20 Euro gedacht, für die wir dann 96 Paten bräuchten", so der Vorsitzende weiter. Die müsse man erst einmal haben.
Über den Stand der Dinge berichtet Waidner am Mittwoch, 21. November, ab 19.30 Uhr in der Hauptversammlung in der Gaststätte "Zum Trollinger". Auf der Tagesordnung stehen der Bericht über die Finanzlage des Vereins sowie die Beratung und Beschlussfassung über die Auflösung, Neuwahlen, etwaige Anträge der Mitglieder sowie Verschiedenes.

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